Große Baufortschritte bei der Zwergenvilla

von Joachim Schwald
Die Bingser Zwergenvilla ist bereits groß geworden und in die Höhe gewachsen. VN/Lerch

Die Bingser Zwergenvilla ist bereits groß geworden und in die Höhe gewachsen. VN/Lerch

Arbeiten an der neuen Bildungseinrichtung in Bings liegen aktuell voll im Zeit- und Finanzplan.

Bludenz Im April erfolgte bei der Volksschule Bings der Auftakt für den Bau der neuen „Zwergenvilla“. Nach einem kurzzeitigen, coronabedingten Baustellen-Stopp im Frühjahr konnten die Arbeiten inzwischen planmäßig so weit vorangetrieben werden, dass jetzt das Aufbringen der Estriche erfolgt. „Heuer erfolgt noch das Schleifen der Nutzestriche. Die Installationsarbeiten werden so weit fertig­gestellt, dass über die Weihnachtsfeiertage das Ausheizen des Estriche erfolgen kann“, heißt es aus der Bauabteilung der Stadt Bludenz.

Aufgrund des optimal erstellten Zeitplans konnte die technisch erforderliche Wartezeit auf die Weihnachtsfeiertage gelegt werden. Dadurch ist keine Winterpause erforderlich. Im Jänner soll dann zügig mit dem Innenausbau begonnen werden, sodass der Kindercampus termingerecht im Sommer bezugsfertig sein wird und im darauffolgenden Schuljahr 2021/22 genutzt werden kann.

Sichere Zugänge

Die Baustelle stellte eine gewisse logistische Herausforderung dar, liegt sich doch im unmittelbaren Nahbereich von Schule, Kindergarten und Pfarrkirche. Um etwaige Gefahrenstellen zu vermeiden, wurde die Baustelleneinrichtungsplanung dahingehend optimiert, dass immer ein sicherer Zugang zu Schule und Kirchengebäude vorhanden ist. „Dieser Zugang wurde entsprechend abgesichert. Die Kindergartenkinder, die Schüler und Pädagogen konnten über den Fußweg vom Funkenzunftgebäude aus den Kindergarten und das Schulgebäude immer sicher erreichen. Die Covid-19-bedingte Pause der Bildungseinrichtungen wurde bereits im Frühjahr optimal genutzt, um die lärm- und erschütterungsintensiven Arbeiten durchzuführen. Dadurch konnten die Störungen so gering wie möglich gehalten werden“, so Abteilungsleiter Peter Mahner.Die Erdarbeiten an den Außenanlagen sollen dann voraussichtlich in den Osterferien durchgeführt werden. Damit ist neuerlich sichergestellt, dass Arbeiten mit Großgeräten in der schulfreien Zeit erfolgen.

Ökologische Baubegleitung

Die neue Zwergenvilla entsteht auf einer Gesamtfläche von 350 Quadratmetern auf dem bestehenden Areal bei Volksschule, Kindergarten und Pfarrkirche. Nach den Plänen des Bludenzer Architekturbüros Zottele-Mallin wird hier ein zweigeschossiges Gebäude errichtet. Der Kindercampus Bings wird unter Beachtung der Vorgaben für den Kommunalgebäudeausweis errichtet. Hohes Augenmerk wird dabei auf naturnahes Bauen unter Aufsicht einer ökologischen Baubegleitung gelegt. Der Innenausbau wird mit eigenem Holz aus den Bludenzer Wäldern bewerkstelligt. Unter dem Titel „Holz von Hier“ wird bestes Vorarlberger Gebirgsholz verarbeitet. Das Flachdach wird mit einer sogenannten extensiven Dachbegrünung versehen. Eine von der Umweltbeauftragten der Stadt Bludenz konzipierte Blumenwiese bietet Lebensraum für zahlreiche Insekten und soll die Kinder zum Beobachten anregen.

1,6 Millionen Euro

Während der bestehende Kindergartengruppenraum sowie die in den letzten Jahren sanierte Volksschule aus den 1950er-Jahren in ihrer Form erhalten bleiben, werden im Neubau künftig sowohl eine zweite Kindergartengruppe sowie die Ausspeisung für die Volksschüler untergebracht sein. Zudem wird eine ganztägige Kleinkindgruppe die Spielgruppe ersetzen. Über einen unterirdischen Gang wird der Neubau mit den bestehenden Gebäuden verbunden sein. Die Baukosten belaufen sich auf insgesamt rund 1,6 Millionen Euro. Dank der Kooperation mit den Gemeinden Stallehr und Lorüns kann mit einer Landesförderung von 45 Prozent (rund 720.000 Euro) gerechnet werden. Bis zum Sommersemester 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Auf dem Dach entsteht eine grüne Oase

Bludenz Mithilfe von verschiedenen Substraten, Totholz und heimischem Magerwiesensaatgut entsteht auf dem Dach der Bingser Zwergenvilla eine grüne Oase für Insekten und andere Kleintiere. Damit wird nicht nur ein Teil des Bodenverbauchs des neuen Schulgebäudes auf nachhaltige und naturnahe Weise kompensiert, sondern auch das Mikroklima positiv beeinflusst. Denn die Pflanzen am Dach des Kindercampus sorgen an heißen Tagen für angenehme Temperaturen im Schulhaus. Zudem entlastet das Gründach dank seiner Speicherfähigkeit und verzögerten Regenwasserabgabe auch die Kanalisation vor Ort.

Damit die ersten Blüten bereits im Frühjahr sichtbar sind, wurde kürzlich mit der fachgerechten Begrünung begonnen. „In Sachen Biodiversitätsförderung und Nachhaltigkeit ist die Dachbegrünung des Kindercampus Bings ein Best-Practice-Beispiel. Hier entsteht ein kleiner Lebensraum für Insekten und andere Kleintiere“, erklärt der Obmann des Umweltausschusses der Stadt Bludenz, Wolfgang Maurer, der bei der Begrünung selbst mitanpackte.

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