VN-Interview. Martin Konzet (52), neuer Bürgermeister von Bludesch

Vom Wasserwart zum Gemeindechef

Bludesch Neobürgermeister Martin Konzet stellte sich den Fragen von VN-Redakteur Joachim Schwald. VN/JS

Bludesch Neobürgermeister Martin Konzet stellte sich den Fragen von VN-Redakteur Joachim Schwald. VN/JS

Politischer Quereinsteiger mit wertvollen Vorkenntnissen und großem Zuspruch.

Bludesch Über zehn Jahre war Martin Konzet als Gebäude- und Wasserwart für die Gemeinde Bludesch tätig und gilt somit in Sachen Gemeindeinfrastruktur als Insider. Auch konnte der 52-jährige Bludescher, selbst als politischer Quereinsteiger, die Bürgermeisterwahlen im September eindeutig für sich entscheiden. Nun trafen sich die VN und Konzet im virtuellen Interviewraum.

Wie geht es Ihnen nach zwei Monaten im neuen Amt? Haben Sie sich schon gut eingelebt?

Konzet Ich hatte eine komfortable Einlebungsphase – mein Vorgänger Michael Tinkhauser war ja mein Chef, führte auch die Fraktion, für die ich kandidiert habe, an. Ich wurde gut eingeschult und mitgenommen. Als Vorteil erweist sich auch, dass ich aus dem Gemeindedienst komme und so alle Mitarbeiter und ihre Zuständigkeiten gut kenne.

Warum stellten Sie sich für das Bürgermeisteramt zur Verfügung?

Konzet Man kam im Frühsommer 2019 auf mich zu, ob ich bereit bin, mich politisch zu engagieren. Nach intensiven Gesprächen mit meiner Familie und der Abwägung mit meiner Nebenerwerbslandwirtschaft habe ich mich im Herbst 2019 dann bereit erklärt, vorerst bei den Vorwahlen zu kandidieren.

Bleibt für Ihre Landwirtschaft neben der Bürgermeistertätigkeit noch Zeit?

Konzet Ich sehe die Landwirtschaft als guten Ausgleich. Zudem haben wir diese in den letzten Jahren verkleinert. Und mit Unterstützung meiner Frau werde ich das sicherlich managen.

Mit 18 von 21 Mandaten hat Ihre Liste Gemeinsam für Bludesch und Gais die absolute Mehrheit in der Gemeindevertretung. Werden Sie diese Mehrheit bei Beschlüssen auch einsetzen?

Konzet Wir haben bei der konstituierenden Sitzung unseren politischen Mitbewerbern die Hand gereicht und einen Vorstand bestellt bzw. Arbeitsgruppen eingerichtet, die das Wahlergebnis so nicht vorgesehen hätte. In diesem Sinne sind wir sehr bemüht, dass wir in den nächsten viereinhalb Jahren gemeinsam Politik machen.

Eine gemeinsame Kraftanstrengung wird es auch brauchen, eines der größten Projekte, das ansteht, auch tatsächlich umzusetzen. Die Rede ist von der Neugestaltung der Krone. Hier wurden ja schon von Ihrem Vorgänger Pläne präsentiert. Wie ist die aktuelle Lage?

Konzet Eine konkrete Umsetzung ist meiner Meinung nach frühesten in einem Jahr möglich, Jahresende 2021, eher 2022. Es ist ein sehr komplexes Thema, hier geht es um bestehende Baurechtsverträge, die adaptiert und der aktuellen Lage angepasst werden müssen. Das ist viel aufwendiger, als wir gemeint haben. An den bereits vorgestellten Plänen halten wir fest. So soll der Zubau abgebrochen und neu aufgerichtet und das Gemeindeamt so barrierefrei gemacht werden.

Werden auf den beiden Liegenschaften Degerdon-Areal oder ehemaliges Krankenhaus Gaisbühel in absehbarer Zeit Projekte realisiert?

Konzet Das Degerdon-Areal ist im Besitz der Illwerke-vkw-Gruppe. Da bleibt uns nichts anderes über, als ab und zu in Bregenz nach dem Stand der Dinge zu fragen. Eine konkrete Geschichte hat es offensichtlich vor einem halben Jahr gegeben – doch ich nehme an, dass aufgrund der aktuellen Situation die Bereitschaft zu investieren nicht so groß ist. Beim Gaisbühel-Areal ist das Land am Ball, da diese Liegenschaft in Landesbesitz ist. Hier wurden bereits mehrere Projekte diskutiert. Hier wird man auf die Gemeinden Bludesch und Schlins aber erst zukommen, wenn es um eine konkrete Flächenwidmung geht.

Der Sutterlüty-Markt in Gais ist ja Ende April abgebrannt. Dieser soll abgebrochen und neu aufgebaut werden. Kennen Sie den aktuellen Projektstand?

Konzet Hier ist der Abbruch­bescheid erlassen. Aktuell ist hier geplant, dass das Grundstück frei von Leitungsträgern gemacht werden soll; dies ist für Anfang Februar geplant. Das Unternehmen Sutterlüty wird dann sicher den Bau­bescheid abwarten, um den Abbruch und den Neubau zu kombinieren. Mein Wissensstand ist, dass Anfang März die Bagger auffahren werden und Ende Oktober die Eröffnung des neuen Markts geplant ist.

Auf der Wunschliste der Gemeinde würde auch der Neubau des Feuerwehrhauses stehen. Was sagt die finanzielle Situation dazu? Wie steht die Gemeinde finanziell da?

Konzet Bis zum Eintreten der Coronakrise konnte die Gemeinde die Budgets gut konsolidieren. Wir haben uns in den letzten Jahren gut entwickelt. Zum Thema Feuerwehrhaus wurden die ersten Gespräche in Richtung Zu- oder Umbau bereits im Jahr 1999 geführt. Die Grundstücksfrage konnte in der letzten Periode geklärt werden. Ein Grundstück am Ortseingang wurde hier von der Gemeinde erworben und die entsprechende Nutzung im räumlichen Entwicklungsplan vorgesehen. Eine konkrete Planung für ein neues Feuerwehrhaus wird man aber erst dann starten, wenn das Krone-Projekt auf Schiene ist und dessen Umsetzung begonnen wurde. VN-js

Zur Person

Martin Konzet

Geboren 25. September 1968

Familie verheiratet mit Sonja, 3 Kinder (Buben) 23, 22 und 19 Jahre alt

Erlernter Beruf Landmaschinenmechaniker

Hobbys Ski fahren, Feuerwehr, Alpe Valzifenz Gargellen

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