VN-Interview. Ursula Ender (39), Architektin

Architektur hat immer mit Kommunikation zu tun

Architektin Ursula Ender prägt mit ihren architektonischen Ideen und Konzepten das Stadtbild von Bludenz entscheidend mit.  BI

Architektin Ursula Ender prägt mit ihren architektonischen Ideen und Konzepten das Stadtbild von Bludenz entscheidend mit.  BI

Atelier Ender trägt stark zur Gestaltung der Bludenzer Altstadt bei.

Bludenz Ursula Ender und ihr Büro „Atelier Ender“ haben mit ihrer ganz eigenen, unverwechselbaren Architektur das Stadtbild von Bludenz entscheidend mitgeprägt. Nach dem Schmuckgeschäft Plakolm, dem Tourismusbüro Bludenz, dem Weinpunkt und dem Restaurant Yika wurde nun auch das neue Stadthotel und Restaurant “das Tschofen“ von ihnen konzipiert.

 

Wie entstand Ihr Interesse an Architektur?

Ender Mein Vater war planender Baumeister. Das Zuhause war durch das angrenzende Büro immer durch Architektur geprägt. Selbst unsere Familienreisen, die von meinem Vater akribisch geplant wurden, hatten immer einen baukulturellen Schwerpunkt. Heute bin ich dankbar, dass ich schon als Kind durch meine Eltern so vielseitige Berührungspunkte erfahren durfte.

 

Nach Ihrem Studium erhielten Sie einen Lehrauftrag an der Universität.

Ender Ich hatte eine Assistenzstelle am Institut für experimentelle Architektur.Hochbau. Mir war die Lehre als Verbindung von Theorie und Praxis wichtig. Mit Erstsemestern wurden beispielsweise Umsetzungsprojekte hier in Vorarlberg ausgearbeitet: kleine, feine und temporäre Architekturen.

 

Zeitgleich gründeten Sie mit Ihrem Bruder Marcus das Architekturbüro.

Ender Mein Bruder Marcus hatte denselben Bildungsweg eingeschlagen und arbeitete schon im Büro unseres Vaters – es fehlte nur noch der Schritt in die Selbstständigkeit. 2009 gründeten wir gemeinsam unser Atelier. Mittlerweile bilden wir mit Cornelia Vonbun eine Dreier-Gemeinschaft. Ich zähle immer auf unser Team. Kein Projekt wird allein ausgearbeitet. Bei großen Entscheidungen entstehen sogar kleine, interne Wettbewerbe. Ich finde diese Auseinandersetzung für unsere Projekte sehr wichtig. Es entstehen kreative Reibungsflächen, die für eine Weiterentwicklung wertvoll sind.

 

Welche Zugänge haben Sie zu Architektur?

Ender Die Bauaufgabe, der Bauplatz und der städtebauliche Kontext bilden den ersten Zugang. Dann arbeiten wir uns vom großen Maßstab immer mehr ins Detail. Dabei werden funktionale, wirtschaftliche und natürlich gestalterische Aspekte berücksichtigt. Unsere Bauherren bekommen von uns nicht immer nur das, was sie sich wünschen, sondern darüber hinaus auch das, was sie brauchen. Manchmal ist das nicht dasselbe. Prinzipiell geht es geht es aber immer darum, die optimalste Lösung zu finden.

 

Wie wichtig ist die Kommunikation mit den Auftraggebern?

Ender Architektur hat immer mit Kommunikation und der Entwicklung des dazugehörigen „Vokabulars“ zu tun. Dieses muss geschärft und eine „gemeinsame Sprache“ gefunden werden. Schlussendlich ist dann die gebaute Umsetzung entscheidend, die wiederum in Kommunikation mit ihrem Umfeld tritt. Ich liebe meinen Beruf, weil ich die Auseinandersetzung mit Menschen, Kultur und Raum suche. Zeit ist dabei ein wichtiger Faktor. Ich muss ein Gespür für das Gegenüber und die Bedürfnisse entwickeln.

 

Was war die besondere Herausforderung bei der Gestaltung des Stadthotels „das Tschofen“?

Ender Die unter Denkmalschutz stehende, historische Gebäudestruktur nimmt eine markante Stellung in der Bludenzer Altstadt ein. Herausfordernd war, trotz aufwendiger infrastruktureller Implementierungen für die Nutzung als Stadthotel und Restaurant, ein sensibler Umgang mit der Substanz. Materialisierung und Farbgebung unterstützen jetzt den Charakter des stolzen Bürgerhauses, und Eingriffe wie das repräsentative Stiegenhaus wirken wie selbstverständlich. BI

Zur Person

URSULA ENDER

Geburtsdatum 7. November 1979

Wohnort Dornbirn

Familienstand in einer Partnerschaft

Hobbys Mountainbiken & Spinning, Kunst, Kochen und Backen

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